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Seele und Sein – Bewusstseinsschule · Transpersonale Prozessarbeit

Die Ausbildung
Schritte Ins Sein

Ausbildung / Schritte Ins Sein

Zielgruppe

Seit 2001 bietet die Bewusstseinsschule SEELEundSEIN regelmäßig an verschiedenen Orten das Training „Schritte ins Sein" an. Diese Ausbildung vermittelt die Grundlagen der Transpersonalen Psychologie und führt gleichzeitig in die Methode der Transpersonalen Prozessarbeit ein. Sie ist für alle gedacht, die diesen Weg für die eigene Entwicklung nutzen möchten, und/oder diese Methode auch beruflich anwenden wollen.

Worum es geht

Das Grundlagentraining in Transpersonaler Prozessarbeit ist ein intensiver Schulungsprozess, der sich über 3 Jahre erstreckt. Es wird viel Wert darauf gelegt, ein gesundes Gruppenklima zu fördern, in welchem das persönliche Wachstum stattfinden kann. Insgesamt umfasst die Ausbildung 6 Blöcke mit jeweils 6 Tagen. Die Inhalte der einzelnen Blöcke bauen aufeinander auf und sind weiter unten beschrieben.

Zwischen den einzelnen Blöcken treffen sich die Teilnehmenden in Übungsgruppen, um ein kontinuierliches Fortschreiten auf dem Pfad der Bewusstheit zu gewährleisten.

Rahmenbedingungen, Kosten und Termine für die nächsten beginnenden Trainingslehrgänge finden Sie unten.

Die Methode

Transpersonale Prozessarbeit vermittelt einen Bewusstheitsweg, der die seelische und spirituelle Entfaltung unterstützt.

Freiheit & Respekt

Die Freiheit des Einzelnen und der Respekt vor dem individuellen Weg sind grundlegende Bestandteile dieser Schule.

Ausblicke

Als Fortführung der Grundlagenausbildung gibt es kursübergreifende Angebote, die ergänzend oder aufbauend stattfinden.

Der Rahmen

Das Training erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Insgesamt finden 6 Blöcke zu je 6 Tagen statt. Es werden etwa 7,5 Stunden am Tag gearbeitet. Vor dem Frühstück eine Achtsamkeitsübung (30 Min.), vormittags und nachmittags je eine Einheit (ca. 3 Std.) mit Vorträgen und Übungen in Kleingruppen.

Am Abend noch eine Einheit in der Großgruppe (45 Min.) und eine Stille-Meditation (15 Min.). Jeder Block beginnt gegen 18 Uhr und endet am letzten Tag gegen 12 Uhr.

Die Ausbildungsblöcke

Block 1: Identifikation

Inneren Abstand gewinnen

„Der Mensch grenzt sich innerhalb der Ganzheit ein Stück ab und sagt: ‚Das gehört mir'. Er zäunt gleichsam ein Stück Land ein. Zu dem sagt er ‚mein'. Das Land war seit Urzeiten da und wird auch nach dem Besitzer da sein. Das Land wird vom Zaun nicht berührt. Und Sonne, Regen, Wind, Insekten und Vögel nehmen davon keine Notiz. Der Zaun existiert in Wirklichkeit nicht. Es sei denn, man glaubt an ihn.“

— Willigis Jäger

Sein und Wesen

In uns fließt ein unaufhaltsamer Lebensfluss. Wenn wir uns diesem Strömen ganz hingeben, tauchen wir ein ins Sein. Sein kann erfahren werden in Zuständen von hoher Präsenz und bedingungslosem Annehmen. Sein ist umfassend, ohne Trennung. Es entfaltet sich von innen und bringt Wesenspotenziale hervor wie Liebe, Selbstwert, Stärke oder Raum. Sein ist der Grund – das Wesen sein natürlicher, individueller Ausdruck.

Lernen

Leben heißt auch ausgeliefert sein. Wir werden mit Begrenzungen konfrontiert und haben keine Kontrolle. Schon in frühester Kindheit beginnt daher unser Geist zu lernen, wie wir unsere Lebenskraft kanalisieren können, um damit schmerzhafte Begrenzungen zu vermeiden. Muster werden ausgebildet, die unsere Überzeugungen, Gedanken, Gefühle und Handlungen bestimmen. Je mehr wir uns mit diesen Mustern identifizieren, desto weiter entfernen wir uns vom natürlichen Sein mit seinen Wesenspotenzialen. Es bildet sich die Persönlichkeit.

Persönlichkeit

Persönlichkeit entsteht demnach aus der unbewussten Anstrengung, unser Wesen zu kanalisieren und an die Gegebenheiten der Umwelt anzupassen. Identifikation mit bestimmten Mustern hat zur Folge, dass unser gesamtes Erleben davon bestimmt und unsere Wahrnehmung eingeschränkt wird. Wir sehen die Welt nur noch aus einem bestimmten Blickwinkel heraus. Wir verlieren die Fähigkeit, uns auf Situationen vorbehaltlos und offen zu beziehen und haben keine Wahlfreiheit in unseren Reaktionen und Handlungen.

Abstand

Leben aus unbewussten, automatischen Mustern heraus trennt uns von der Gegenwart und dem Sein. Ein erster wesentlicher Schritt sich der Seinsebene wieder zu nähern besteht darin, Identifikationen als solche zu erkennen. Es ist ein Prozess, in dem uns unsere Persönlichkeit mit ihren verschiedenen Anteilen immer bewusster wird. Der Weg dazu ist eine offene, annehmende Haltung für alles in uns und achtsames Erforschen.

Wesenskern

Es geht nicht nur um inneren Abstand zur Persönlichkeit, sondern auch darum, die Seinsebene in allen Mustern zu entdecken. Jedem Muster der Persönlichkeit liegen nämlich Wesensaspekte zu Grunde, die nach Entfaltung suchen. Wenn das Wesen erkannt ist, lassen wir zunehmend von der Anstrengung ab, das Leben kontrollieren zu wollen und geben uns dem Lebensstrom hin.

Inhalte

Grundlegendes

Das Spannungsfeld des Lebens
Sein, Wesen und Persönlichkeit
Drei grundlegende Abwehrstrategien der Persönlichkeit:

  • Identifikation
  • Suche im Außen
  • Verlangen

Handwerkszeug für innere Arbeit und Begleitung

Rechte Achtsamkeit, Lauschen und Achtsames Erforschen
Die Arbeit mit Wahrnehmungskanälen und Grenzen
Primäres und sekundäres Erleben
Choicepoints für transpersonale Erfahrung

Persönlichkeit

Entstehung von Identifikation
Das "3-Schichten-Modell" - ein umfassendes Persönlichkeitsmodell
Die innere Familie und systemische Gesetze
Wirkung von Identifikation:

  • Wahrnehmungseingrenzung
  • Die Reaktionskette
  • Keine Wahlfreiheit
  • Sichtweise oder Wahrheit

Das Lösen von Identifikationen...

Die Grundhaltung des Annehmens
Identifikation erkennen lernen
Transpersonale Teile-Arbeit und Integration

Block 2: Urteile

Offen werden

„"Weit weg von unseren Vorstellungen über richtig und falsch ist ein Feld. Ich treffe dich dort."“

— Jellaludin Rumi

Über-Ich

Unsere Lebenskraft wird weit häufiger durch Urteile geschwächt als durch Krankheit. Die Art, wie wir uns selbst bewerten oder das Urteil anderer Menschen über uns kann Vitalität, Spontaneität und natürliche Ausdrucksweise ersticken. Der Fluss unseres inneren Erlebens wird auf diese Weise ständig manipuliert. Diese meist unbewussten Wertungen in uns werden auch Über-Ich genannt ein: Sammelbecken von verinnerlichten Ansprüchen, Erwartungen und Selbstbildern, wie wir sein sollten und wie nicht.

Prägung

Diese verinnerlichten Ansprüche werden ab der frühesten Kindheit durch familiäre und kulturelle Werte geprägt und unbewusst übernommen. In unserer kindlichen Abhängigkeit und unserer Suche nach Anerkennung erschaffen wir uns ein Selbstbild, wie wir anerkannt zu sein glauben. Auch spirituelle Vorstellungen darüber, wie ein guter Mensch zu sein hat, haben einen erheblichen Anteil daran, was wir in uns annehmen und was wir ablehnen.

Trennung

Diese inneren Wertungen trennen uns vom Sein. Sie verhindern, dass wir uns dem Fluss des gegenwärtigen Erlebens hingeben können. Wir haben keine Offenheit für alles, was in uns wirkt. Damit sind Wertungen auch ein starkes Hindernis für achtsames Erforschen und Gegenwärtigkeit. Urteile schränken aber nicht nur uns selbst ein, wir projizieren sie auch ständig auf unsere Umwelt: Werturteile, gleich ob Anerkennung oder Abwertung, sagen grundsätzlich mehr über die Person aus, die das Urteil ausdrückt, als über das Beurteilte.

Offenheit

Erst wenn wir beginnen, unsere Urteile nicht mehr als "Wahrheit" zu betrachten, sondern sie als Konzepte zu erkennen, die sich in unserer Vergangenheit gebildet haben, entsteht wieder Raum und Offenheit für das, was ist. Dieses nicht-wertende Dasein erleben wir am leichtesten in der Begegnung mit der Natur, die in ihrer eindringlichen Präsenz kein Konzept von gut und böse, richtig und falsch kennt. Hier können wir eine grundlegende Eigenschaft der Seinsebene erfahren: grenzenloser, offener Raum, der nichts auszugrenzen braucht.

Inhalte

Grundlegendes

Die Ausrichtung auf Interesse und Offenheit

Das Über-Ich

Urteile, Ansprüche, Selbstbilder, Ursprung und Wirkung
Ich-Ideal und die Suche nach Anerkennung Das spirituelle Über-Ich

Die Arbeit mit dem Über-Ich...

Wie wir es erkennen
Als Konzept entlarven
Strategien des Entmachtens
Wut als positive Kraft

Fundamentales Gutsein

Freundlichkeit
Freie Ethik

Offener Raum

Nicht-Tun
Die Reaktionskette und das Halten
Innerer Raum:

  • Spiegelgleiche Offenheit
  • Wie wir Raum fördern und was uns Raum nimmt
  • Leere als Tor

Block 3: Verantwortung

Das Opfergefühl überwinden

„"Der grundlegende Unterschied zwischen einem gewöhnlichem Menschen und einem Krieger liegt darin, dass ein (spiritueller) Krieger alles als Herausforderung sieht, während ein gewöhnlicher Mensch alles als Segen oder Fluch betrachtet."“

— Carlos Castaneda

Opfer sein

Im Alltag finden wir uns häufig in Gefühlen der Abhängigkeit wieder. Manchmal sind wir unseren Gefühlen ausgeliefert, oder wir sind davon überzeugt, dass andere dafür verantwortlich sind, wie es uns geht. Dann wiederum nehmen wir es persönlich, wenn etwas nicht nach unseren Vorstellungen läuft und schließlich fühlen wir uns abhängig von Anerkennung, Wertschätzung oder der Liebe anderer. Alles alltägliche Vorgänge, die das Opfergefühl in uns festigen.

Projektion

Etwas persönlich zu nehmen oder Abhängigkeit von anderen zu fühlen, verstärkt unsere Neigung zur Projektion. Einerseits übertragen wir unsere Wünsche auf die Welt, indem wir die Erfüllung außen suchen und uns verletzt fühlen, wenn die anderen nicht unseren Erwartungen entsprechen. Andererseits machen wir auch die Umwelt für unsere Ängste und unseren Mangel verantwortlich. In beiden Fällen verwenden wir viel Anstrengung darauf, die Welt nach unseren Vorlieben zu manipulieren. Es besteht keine Offenheit dafür, andere so zu sehen, wie sie sind.

Erfüllung von innen

Solange wir keine Verantwortung für unsere Gefühlswelt, unseren Mangel und unsere Erfüllung übernehmen, werden wir auch nicht die wahre Quelle unserer Erfüllung entdecken können. Erfüllung liegt in der Verbindung zu unserem Wesen und damit immer in uns. In der spirituellen Kriegerschaft heißt es: Das Ziel des Kriegers ist es, glücklich zu werden ohne (äußeren) Grund. Autark sein heißt nicht, unabhängig von anderen zu existieren. Wir haben weiterhin Bedürfnisse und stehen in einer wechselseitigen Bezogenheit. Es bedeutet lediglich, die Entfaltung unseres Wesens und damit unsere Erfüllung in uns selbst zu wissen. Wie das Potenzial, ein Baum zu werden, nicht in der Hand des Gärtners ruht, sondern im Samen verborgen liegt, ist alles, was wir sind und werden können, bereits in uns vorhanden.

Selbstverantwortung

Selbstverantwortung ist vielschichtig und hat verschiedene Schwerpunkte. Es gilt, die anderen nicht für unsere Gefühle verantwortlich zu machen und Ereignisse nicht mehr persönlich zu nehmen. Wir gewinnen Klarheit darüber, dass es Erfüllung nicht im Außen, sondern nur in uns geben kann durch die Verbindung mit unserem Wesen. Selbstverantwortung heißt nicht, unsere Gefühle kontrollieren zu können, sondern allem, was in uns geschieht (auch dem Unangenehmen), Raum zu geben und zuzustimmen. Verantwortung bezieht sich demnach nicht auf die Art unserer Gefühle, sondern wie wir mit ihnen umgehen, also auf unser Handeln.

Inhalte

Grundlegendes

Die Ausrichtung auf Präsenz
Präpersonale, personale und transpersonale Entwicklung

Das Opfergefühl

"Immer sind die anderen Schuld"
Sich als Mittelpunkt der Welt fühlen
Alles persönlich nehmen
Projektion oder "Alles kommt von außen"
Die unangemessene Verantwortung für Gefühle

Selbstverantwortung

Essentielle Verantwortung
Umgang mit Gefühlen:

  • Verantwortung ist nicht Kontrolle
  • Gefühle sind unpersönlich
  • Wir erschaffen unser Erleben

Die Welt entlassen:

  • Auslöser, nicht Ursache
  • Sich kümmern, nicht verfolgen
  • Sich schützen, nicht verteidigen
  • Informieren, nicht ausagieren
  • Das Schicksal als Verbündeten sehen
  • Alchemie der Gefühle - in negativen Emotionen Essenz entdecken

Macht

Machtmissbrauch
Essentielle Macht oder "Die Macht zu sein"

Block 4: Wesen

Den Blick nach innen wenden

„"Es ist nicht das Vollkommene, sondern das Unvollkommene, das unserer Liebe bedarf."“

— Oscar Wilde

Abhängigkeit

Wenn wir auf die Welt kommen und beginnen, uns zu entfalten, sind wir zunächst vollständig abhängig von unserer Umwelt. Wir brauchen nicht nur Nahrung und Pflege, sondern auch Aufmerksamkeit und Offenheit für das, was in uns angelegt ist. Diese Abhängigkeit prägt in uns von Geburt an eine starke Außenorientierung. Wir richten uns danach, wie wir für andere sein sollen und nicht danach, wie wir eigentlich sind.

Suche im Außen

Durch die Außenorientierung entsteht die Überzeugung, etwas von der Umwelt zu brauchen, um Erfüllung zu finden. Selbstwert, Liebe, Interesse oder Stärke scheinen immer nur in Abhängigkeit von der Umwelt erfahren werden zu können. Wir schreiben dem äußeren Auslöser das Potenzial zu, das in uns als Wesen schlummert. Unsere Sehnsucht richtet sich daher immer nach außen.

Mangel

Ein typisches Beispiel dafür, wie wir unsere Erfüllung im Außen suchen und dabei unser Wesen außer Acht lassen, ist Einsamkeit. Wenn wir uns einsam fühlen, glauben wir, dass uns Kontakt mit anderen fehlt und wir sehnen uns danach. Wir können jedoch mit anderen Menschen zusammen sein und uns dennoch einsam fühlen. Umgekehrt fühlen wir uns manchmal, auch wenn wir allein sind, erfüllt und verbunden. Einsamkeit ist in Wahrheit kein mangelnder Kontakt zu anderen, sondern eine mangelnde Verbindung zu uns selbst. Der eigentliche Mangel liegt immer in uns - in der Verbindung zum Wesen. Und genauso ist es mit dem Mangel an Liebe, Selbstwert, Vertrauen, Interesse oder einer anderen Wesensqualität.

Essentielle Sehnsucht

Wenn wir unsere Überzeugung aufgeben, das Außen zu brauchen, um Erfüllung zu empfinden, haben wir wieder die Möglichkeit, auf das Wesen in uns zu blicken. Die Frage ist also nicht: Was fehlt uns von anderen? Die Frage lautet: Was fehlt uns in uns selbst? Was will sich in uns entfalten? Auf diese Weise können wir jegliche Situation dazu nutzen, unsere essentielle Sehnsucht zu erforschen und unser Wesen zu nähren. Essentielle Sehnsucht ist die Sehnsucht, die nach innen horcht.

Alles ist Wesen

Unser Wesen wirkt im Mantel unserer Persönlichkeit oft verdreht und destruktiv, denn Persönlichkeit ist kanalisiertes, angepasstes Sein. Dennoch drängt das Wesen ein Leben lang danach, sich zu entfalten. Wir spüren dies als Sehnsucht und Unzufriedenheit. Wenn wir alles Unsinnige oder Destruktive als im Grunde vollkommen und als Ausdruck unseres Wesens betrachten, können wir die ursprüngliche Wesensqualität entdecken. Die Kunst besteht darin, die Trennung in richtig oder falsch, gut oder böse, Persönlichkeit oder Wesen aufzugeben, um im Unvollkommenen das Vollkommene wiederfinden zu können.

Inhalte

Grundlegendes

Die Flamme unserer Sehnsucht
Innere Führung
Der Energiekörper

Suche im Außen

Unsere Abhängigkeit vom Außen
Objektbeziehungstheorie
Externe und interne Sehnsucht

Blick nach Innen

Die grundlegenden Eigenschaften von Essenz:
Präsenz, Stärke, Freude, Raum, Festigkeit,
Mitgefühl, Vertrauen, Wert, Erfüllung

Handeln aus Essenz:
Antworten statt reagieren

Auf das Vollkommene im Unvollkommenen schauen:
Die Arbeit mit der Frage: "Was ist richtig daran...?

Alleinsein

Wahrheit und Zugehörigkeit
Einsamkeit - Existentielles Alleinsein - Einssein

Block 5: Begrenzungen

Sich hingeben ans Leben

„"Erst wer die Furcht überwunden hat, kann klar sehen, was ist." Und auf die Frage, wie man sie am besten überwindet, sagt er: "Indem man der Welt zustimmt wie sie ist, mit allem wie es ist. Das ist der große Schritt. Wer dem Tod zustimmen kann, wer der Krankheit zustimmen kann bei sich und bei anderen und wer dem Ende und dem Vergänglichen zustimmen kann, der hat die Furcht überwunden und gewinnt Klarheit."“

— Carlos Castaned

Ohnmacht

Leben beinhaltet Grenzen. Wir können nichts kontrollieren. Unsere Vorstellungen und Vorlieben, unsere Bedürfnisse und unser Handeln, unser Wesenspotenzial - immer wieder stoßen wir auf Grenzen. So stellt sich die Frage, wie wir angesichts dieser grundlegenden Ohnmacht Frieden finden und in Einklang mit der Gegenwart leben können.

Abwehr

In dem Spannungsfeld zwischen Drang nach Entfaltung und Begrenztheit des Daseins bilden wir Muster aus, das Leben zu unseren Gunsten zu manipulieren und zu kontrollieren. Dieser meist unbewusste Versuch, das Leben zu kontrollieren, steht im Interesse der Persönlichkeit und trennt uns vom Sein. Eine zentrale Abwehr gegen Begrenzungen ist der Versuch, das Leben zu verstehen. Alles was wir verstehen, scheinen wir gebändigt zu haben. Aber Landkarten über das Leben sind nicht das Leben selbst und Erklärungen lassen uns das Geheimnis und Unfassbare des Lebens nicht wirklich erfassen.

Sieben Tore

Begrenzt zu werden erleben wir als etwas sehr Persönliches. Wir fühlen uns dadurch minderwertig oder als Versager. Doch als Menschen sind wir existentiell begrenzt. Die Frage ist nicht ob oder warum es uns trifft, sondern wie wir uns auf die jeweilige Ohnmacht beziehen - können wir sie annehmen oder müssen wir uns dagegen wehren? Sieben grundlegende kollektive Begrenzungen sind: Unsicherheit, Mangel, Ohnmacht, Schuld, Alleinsein, Sinnlosigkeit und Vergänglichkeit. Alle Sieben sind Tore zum Sein. Wenn wir uns in die jeweilige Begrenzung hineinentspannen und lauschen, können unterschiedliche Aspekte des Seins erfahren werden wie zum Beispiel: Vertrauen, Fülle, Mitgefühl, Verbundenheit, Humor oder Hingabe.

Lauschen

Mit dem Sein in Verbindung zu kommen heißt, sich den Begrenzungen des Lebens mit einer annehmenden und offenen Haltung zu widmen. Wir lernen, am Ohnmachtspunkt innezuhalten, in Kontakt zu bleiben mit dem was ist und still zu werden. Eine Haltung des Lauschens ermöglicht es, sich in die Ohnmacht hinein zu entspannen. "Kontrolle loslassen" und "nicht verstehen" sind hier die beiden Schlüssel zum Sein.

Inhalte

Grundlegendes

Selektives Vertrauen und Grundvertrauen

Lebenskraft und Ohnmacht...

Das Spannungsfeld des Lebens
Wie wir durch Grenzen reifen 
Barriere und echte Grenzen 
Enttäuschung als direkter Weg zur Offenheit

Existentielle Begrenzungen...
und ihre Potenziale

Chaos - Unmittelbarkeit
Mangel - Fülle
Ohnmacht - Hingabe
Schuld - Freiheit und Würde
Einsamkeit - Verbundensein
Sinnlosigkeit - Präsenz und Leichtigkeit
Vergänglichkeit - Formlosigkeit und Ichlosigkeit

Grenzen als Tore ins Sein

Der Prozess des Loslassens und seine Phasen
2 Schlüssel: keine Kontrolle und Nicht-Wissen
Lauschen am Ohnmachtspunkt
Die Natur als kraftvolle Begleiterin in der Ohnmacht

Block 6: Essenz

Das Sein in den Mittelpunkt stellen

„"In der Stille der Nacht und des ruhigen, stillen Morgens, wenn die Sonne die Hügel berührt, liegt ein großes Mysterium. In einer stillen Nacht, wenn die Sterne klar und nahe sind, bist du dir des sich ausdehnenden Raumes bewusst und der geheimnisvollen Ordnung aller Dinge, des Unermesslichen und des Nichts. In der tiefen Stille des Geistes dehnt sich dieses Universum aus, ohne Zeit und Raum."“

— Krishnamurti

Kollektives Ausblenden

Jeder Mensch kennt Augenblicke, in denen er inneren Frieden, Präsenz oder erfüllendes Alleinsein erfährt. Allerdings leben wir in einer Kultur, in der wir uns nicht darüber austauschen. Wer hat seine Eltern oder Freunde schon einmal davon sprechen hören, wie sie inneren Frieden oder Selbstwert erleben? Seinszustände - auch Essenz genannt - werden kollektiv übersehen. Wir brauchen aber Sprache und Austausch, um Bewusstsein für sie zu entwickeln. Erst dann kann Essenz zu einem lebendigen Teil innerer Wirklichkeit werden.

Vogelkonzert

Doch wenn etwas nicht wahrgenommen wird, heißt das nicht, dass es nicht existiert. Wenn wir zum Beispiel morgens in den Wald gehen, werden wir ein buntes Zwitschern hören, ohne die Möglichkeit, einzelne Stimmen zu erkennen. Viele Stimmen werden wir vermutlich sogar ganz überhören. Jetzt stellen wir uns vor, ein Vogelkundler ginge mit uns durch den Wald und würde uns auf die einzelnen Stimmen aufmerksam machen. Schon beginnt sich unser Gehör zu differenzieren. Das nächste Mal, wenn wir durch den Wald gehen, wird das Vogelkonzert nicht mehr das Gleiche für uns sein und je tiefer wir uns mit dem Lauschen der Vogelstimmen befassen, desto mehr wird sich uns mit der Zeit eine ganz eigene Welt erschließen.

Heilung

Mit Essenz ist es nicht anders. Wir können lernen, unsere Wahrnehmung sehr fein auf verschiedenste Aspekte des Seins auszurichten. Je tiefer wir unser Interesse und unsere Aufmerksamkeit dem Sein zuwenden und es erforschen, desto greifbarer tritt es in unser Erleben. Aus transpersonaler Sicht bedeutet Heilung nicht, dass irgend etwas in Ordnung gebracht werden müsste, sondern dass wir den Ort in uns, an dem wir zutiefst heil sind - im Sein - wieder entdecken und diese Erfahrung zum Zentrum unseres Lebens wird.

Sich anvertrauen

Seinzustände kennen keine Trennung und nichts, was nicht in Ordnung wäre. Sie sind umfassend und schließen das Unvollkommene mit ein. Bewusste Erfahrung von Essenz verändert unsere gesamte Erlebensweise. Wir tun nicht etwas, um heil zu werden, sondern Heilung entfaltet sich von innen. Wir vertrauen uns an.

Inhalte

Grundlegendes

  • Das Urgefühl, "nicht richtig zu sein"
  • Angenommensein
  • Sich ausrichten auf Essenz

Essenz

Die drei Phasen der Verwirklichung

  • Was Essenz ist und wie wir sie erfahren
  • Objektbewusstsein und Gewahrsein

Vertiefung der Stille

  • Nicht - Tun
  • Nicht - Wissen
  • Nicht - Erfahren
  • Nicht - Ich

Ichlosigkeit

  • Das ICH und seine Hauptidentifikationen mit Körper,
    Geschichte, Beziehungen, Rollen und Besitz
  • Innere Arbeit mit Selbstbefragung

Grundaspekte des Seins

  • Leerheit und Ichlosigkeit
  • Allbewusstsein
  • Zeitlosigkeit und Todlosigkeit
  • Unberührbarkeit
  • Absichtslosigkeit
  • Vollkommenheit und Fülle

Die Lehrgänge

Die Leitung

Richard Stiegler

Richard Stiegler

Seit vielen Jahren bewegen mich existentielle Fragen des Menschseins und es ist mir ein tiefes Anliegen, Menschen auf diesem Wachstumsprozess zu begleiten. Letztlich betrachte ich das als eine Art Friedensarbeit.

Sabine Hartmann

Sabine Hartmann

Mein Herz schlägt dafür mich zur Verfügung zu stellen, um Menschen zu begleiten und zu unterstützen. Die Erfahrungen von Angebundensein an die innere Wahrheit und das sich Anvertrauen ins Leben sind heilsame Entwicklungsschritte.

Der Ort

Das Haus Zeitlos in Oy/Mittelberg ist ein Ort der Achtsamkeit - ein spirituelles Zentrum für Meditation, Heilung und Bewusstseinsarbeit. Es wird großen Wert auf eine persönliche Atmosphäre und ein gemeinschaftliches Zusammenleben gelegt. Vom Haus aus hat man einen direkten Blick auf das Wettersteingebirge.

Termine & Kosten

Block 1: Identifikationen

21.–27. September 2026

Block 2: Urteile

8.–14. März 2027

Block 3: Verantwortung

20.–26. September 2027

Block 4: Wesen

20.–26. März 2028

Block 5: Begrenzungen

17.–23. September 2028

Block 6: Essenz

12.–18. März 2029

Kursgebühr (incl. 19% USt.): 5.184 € zahlbar in 36 Monatsraten (€ 144.-)

Für alle Teilnehmer/innen, die den Kurs beruflich oder ehrenamtlich nutzen, oder eine Umschulung zum/r Therapeuten/in anstreben, beträgt die Kursgebühr € 4.665,60 bzw. monatlich € 129,60 (keine USt).

Zuzüglich Übernachtung und Verpflegung im Haus Zeitlos:
Doppelzimmer: € 528.- pro Block zzgl. € 10,80 Kurtaxe
Einzelzimmer: € 618.- pro Block zzgl. € 10,80 Kurtaxe

Ihre Anmeldung

Voraussetzung zur Teilnahme am Training ist der Besuch von mindestens einem Wochenendseminar bei R. Stiegler. Bitte fordern Sie dazu das aktuelle Seminarprogramm an. Für das Training ist eine schriftliche Bewerbung nötig. Dazu gibt es einen Bewerbungsbogen, den Sie per Email anfordern können. Ein halbes Jahr vor Start der jeweiligen Ausbildung wird Ihnen dann ein Vertrag zugesandt. Die Gruppe ist auf 36 Teilnehmer/innen begrenzt.

SEELEundSEIN
Richard Stiegler
Postfach 36
83088 Kiefersfelden

Email: richard.stiegler@seeleundsein.com
Tel.: +49 1590 6631316

Die Leitung

Richard Stiegler

Richard Stiegler

Seit vielen Jahren bewegen mich existentielle Fragen des Menschseins und es ist mir ein tiefes Anliegen, Menschen auf diesem Wachstumsprozess zu begleiten. Letztlich betrachte ich das als eine Art Friedensarbeit.

Sieglinde Salvermoser

Sieglinde Salvermoser

Bereits in meiner Jugend beschäftigten mich wesentliche Fragen: Wer bin ich? Was bedeutet es, unser wahres Wesen zu leben? Mein großes Anliegen ist es, Menschen in ihrer persönlichen Suche nach Sinn und innerer Wahrheit zu begleiten.

Der Ort

Das Domicilium in Weyarn (30 km südöstlich von München) ist ein Meditations- und Seminarhaus – ein Ort der Stille, der Begegnung und der Achtsamkeit. Es liegt inmitten des naturbelassenen Mangfallgebietes.

Außerdem betreibt das Domicilium im Nebengebäude ein Hospiz und begleitet dort Kranke, Sterbende und ihre Angehörigen.

Termine & Kosten

Block 1: Identifikationen

23.–29. August 2027

Block 2: Urteile

28.–5. März 2028

Block 3: Verantwortung

21.–27. August 2028

Block 4: Wesen

12.–18. Februar 2028

Block 5: Begrenzungen

20.–26. August 2029

Block 6: Essenz

4.–10. März 2030

Kursgebühr: (incl. 19% USt.): € 5292,- zahlbar in 36 Monatsraten: € 147,-

Für alle Teilnehmer/innen, die den Kurs beruflich oder ehrenamtlich nutzen, oder eine Umschulung zum/r Therapeuten/in anstreben, beträgt die Kursgebühr € 4762,80 bzw. monatlich € 132,30 (keine USt).

Zuzüglich Übernachtung und Verpflegung:
Preise je nach Zimmerkategorie zwischen € 414,- und € 534,- (geringfügige Änderungen möglich)

Ihre Anmeldung

Voraussetzung zur Teilnahme am Training ist der Besuch von mindestens einem Wochenendseminar bei R. Stiegler. Bitte fordern Sie dazu das aktuelle Seminarprogramm an. Für das Training ist eine schriftliche Bewerbung nötig. Dazu gibt es einen Bewerbungsbogen, den Sie per Email anfordern können. Ein halbes Jahr vor Start der jeweiligen Ausbildung wird Ihnen dann ein Vertrag zugesandt. Die Gruppe ist auf 36 Teilnehmer/innen begrenzt.

SEELEundSEIN
Richard Stiegler
Postfach 36
83088 Kiefersfelden

Email: richard.stiegler@seeleundsein.com
Tel.: +49 1590 6631316

Die Leitung

Ben Schuster

Ben Schuster

Mich interessiert, was geschieht, wenn wir innehalten und uns dem zuwenden, was in uns lebendig ist. In meiner Arbeit begleite ich Menschen dabei, sich aus alten Mustern zu lösen und eine tiefere Verbundenheit mit sich selbst und dem Sein zu entdecken.

Anna Covelli

Anna Covelli

Die Sehnsucht, das Leben in seiner Ganzheit zu begreifen, bewegt mich seit Kindheit an. Dem Lebendigen zu dienen ist mir ein tiefes Herzensanliegen.

Der Ort

Das St. Michael Alpin Retreat liegt 20 km südlich von Innsbruck. Umgeben von Bergen und Natur, direkt am Kraftsee und mit einem lichtdurchfluteten Seminarraum, bietet dieser Ort einen geschützten Raum für Stille, inneres Erforschen und gemeinsames Wachstum – getragen von einer Atmosphäre, die Ruhe, Weite und Verbundenheit erfahrbar macht.

Termine & Kosten

Block 1: Identifikationen

4.–10. Oktober 2027

Block 2: Urteile

3.–9. April 2028

Block 3: Verantwortung

16.–22. Oktober 2028

Block 4: Wesen

9.–15. April 2029

Block 5: Begrenzungen

15.–21. Oktober 2029

Block 6: Essenz

1.–7. April 2030

Kursgebühr (incl. 20% USt.): 5.400 € zahlbar in 36 Monatsraten (€ 150.-)

Zuzüglich Übernachtung und Verpflegung im St. Michael Alpin Retreat (pro Block):
Doppelzimmer: 612 € / 504 € (altes Haus)
Einzelzimmer: 672 € / 564 € (altes Haus)
zzgl. 15,60 € Kurtaxe

Ihre Anmeldung

Voraussetzung für die Teilnahme am Training ist der Besuch eines mehrtägigen Seminars bei Ben Schuster, Anna Covelli oder eines Angebots von Seele & Sein. Für die Teilnahme ist eine schriftliche Bewerbung erforderlich. Den Bewerbungsbogen kannst du unter www.benschuster.at/schritte-ins-sein anfordern. Nach Annahme der Bewerbung wird der Ausbildungsvertrag zugesandt. Die Gruppe ist auf 24 Teilnehmer:innen begrenzt.

Ben Schuster
Gänsbacherstraße 6,
6020 Innsbruck
Austria

Email: ben@benschuster.at
Tel.: +43 677 6400 3840

Literatur zum Thema

A.H. Almaas: „Essentielle Verwirklichung"

Arbor Verlag (verschiedene Vorträge über Essenz)

Byron Brown: „Befreiung vom inneren Richter"

J. Kamphausen (Die Wirkung des Über-Ich und seine Bezüge zu essentiellen Eigenschaften.)

Charles Tart: „Hellwach und bewusst leben"

Arbor Verlag (Bewusstseinszustände und Achtsamkeit)

Eckhart Tolle: „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart"

J. Kamphausen (Ein Verwirklichter zeigt sehr einfach und klar Zugänge zu Essenz)

Martin Buber: „Das dialogische Prinzip"

Verlag Lambert Schneider (Philosophische Beschreibung der Seinsebene als Begegnung)

Irvin D. Yalom: „Existentielle Psychotherapie"

Edition Humanistische Psychologie (Kollektive Begrenzungen)

Jiddu Krishnamurti: „Einbruch in die Freiheit"

Ullstein Verlag (Spirituelles Leben im Hier und Jetzt.)

Stephen Wolinsky: „Die alltägliche Trance"

Verlag Alf Lüchow (Die hypnotische Wirkung der Identifikation)

Willigis Jäger: „Suche nach dem Sinn des Lebens"

Via Nova Verlag (Grundlagenwerk des derzeitig bekanntesten Vertreters der christlichen Kontemplation.)

Richard Stiegler: „Kein Pfad – aus der Stille leben"

Verlag Kamphausen

Richard Stiegler: „Nach innen lauschen – Inspirationen für die spirituelle Praxis"

Verlag Arbor

Richard Stiegler: „Im Einklang leben – Spirituelle Grundhaltung und Alltag"

Verlag Arbor

Richard Stiegler: „Zwischen Zeit und Ewigkeit – Eine Entdeckungsreise durch die drei Ebenen des menschlichen Bewusstseins"

Verlag Arbor

Richard Stiegler (Mitautor): „Was heilt uns? Zwischen Spiritualität und Therapie"

Verlag Herder

Richard Stiegler: Verschiedene Vorträge zu Themen aus der Transpersonalen Psychologie auf CD